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Einbruchhemmung und Sicherheit

Einbruchhemmende Fenster (Sicherheitsfenster) sind grundsätzlich als Bestandteil eines Sicherheitskonzeptes zu sehen. Hieraus resultiert auch die Anforderung an das Bauteil Fenster, in Form einer Widerstandsklasse. 

Es sind, je nach Sicherheitsanforderungen verschiedene Stufen der Einbruchhemmung lieferbar, die sich durch Beschlag und Glas unterscheiden. Grundsätzlich kann die Verglasung für einbruchhemmende Fenster unabhängig von der Beschlagausführung gewählt werden.

Allerdings ist ab Widerstandsklasse WK2 nach DIN V ENV 1627 die Kombination von Beschlag und Glas für einbruchhemmende Fenster fest vorgeschrieben.

Einbruchhemmende Fenster in Kombination mit erhöhtem Wärme- und Schallschutz sind nicht selten; allerdings sind Einschränkungen möglich.

In der folgenden Tabelle sind die verschiedenen Produkt-Kombinationen unserer Fenster mit Einbruchhemmung dargestellt. Ein leeres Feld bedeutet, daß keine bindende Vorschrift existiert.

Wider-
stands-
klasse
Definition Glas Fenstergriff Bemerkung
Stufe 1 Klose-Fenstertechnik Standart Standart Standardbeschlag mit 2 Pilzzapfen-Verriegelungen an der Griffseite, jeweils an der oberen und unteren Ecke.
WK1 DIN V ENV 1627 P2 (früher A1), (Empfehlung) abschließbar Keine mechanische Prüfung erforderlich
WK2 DIN V ENV 1627 P4 (früher B1) abschließbar, RAL-geprüft Prüfzeugnisse nicht vorhanden

Die bisherige DIN V 18054 wurde durch die neue DIN V EN V 1627 abgelöst.

Sicherheitsgläser

Die Gläser werden in 'DIN EN 356, Glas im Bauwesen - Sicherheitssonderverglasung - Prüfverfahren und Klasseneinteilung des Widerstandes gegen manuellen Angriff' (früher DIN 52 290) nach ihrer Schutzwirkung klassifiziert.

Durchwurfhemmende Gläser

Die Klassen P1 bis P5 beschreiben Scheiben mit Durchwurfhemmung mit steigender Schutzwirkung. Das Prüfverfahren simuliert den Versuch der Zerstörung der Scheibe mit einem schweren Wurfgeschoß. Hierbei fällt eine 4,11 kg schwere Metallkugel (Durchmesser 100 mm) auf eine Glasprobe (1100 x 900 mm) 3 x hintereinander aus gleicher Höhe. Die Einteilung erfolgt durch die Fallhöhe und die Trefferfläche.

Klasse Kugelfallhöhe Treffer-Fläche
P1 1,5 m Ein Dreieck mit einer Kantenlänge von 130 mm
P2 3 m
P3 6 m
P4 9 m
P5 9 m Immer die gleiche Stelle
 

Durchbruchhemmende Gläser

Die Klassen ab P6 bis P8 (Durchbruchhemmung) simulieren den Angriffsversuch mittels einer Axt. Es wird versucht, einen quadratischen Durchbruch mit einer Kantenlänge von 400 mm zu schaffen. Die Definition erfolgt durch die Anzahl der erforderlichen Axthiebe.

Klasse Anzahl Axthiebe
P6 30 - 50
P7 51 - 70
P8 über 70

Natürlich kann die Verglasung der einbruchhemmenden Fenster auch als Multifunktions-Isolierglas ausgeführt werden, z.B. als Alarmglas oder Sonnenschutzglas.

Alarmscheiben

Eine Alarmscheibe besteht aus ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas), welches im Zerstörungsfall an jeder Stelle der Scheibe in kleine Würfel zerspringt. Eine aufgebrachte Alarmspinne (elektrische Leiterschleife) wird hierdurch zerstört und der Stromkreis wird unterbrochen. Eine angeschlossene Alarmanlage kann hierauf reagieren.

Verschluß- und Kippüberwachung

Als Ergänzung des Sicherheitskonzepts kann in den Beschlag eine Verschluß- und Kippüberwachung eingebaut werden. Das sind Beschlagteile, die durch elektrischen Kontakt melden, ob der Fensterflügel geschlossen oder gekippt ist. Im Gegensatz zu den nachträglich montierbaren Lösungen wird der Kontakt erst geschlossen, wenn sich auch der Fenstergriff in Verschlußstellung befindet.

 

Widerstands-
klasse
erwarteter Tätertyp Schließzylinder
DIN 18252
Schutzbeschläge
DIN 18257
Verglasungen
DIN 52290
Prüfzertifikat notwendig
WK 1 Grundschutz gegen Aufbruchversuche mit körperlicher Gewalt wie Gegentreten, Gegenspringen, Schulterwurf (vorwiegend Vandalismus), geringer Schutz gegen den Einsatz von Hebelwerkzeugen P2 BZ ES 1 nicht vorgeschrieben nein
WK 2 Der Gelegenheitstäter versucht, zusätzlich mit einfachen Werkzeugen wie großem Schraubendreher, Zange und Keilen, das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen. P2 BZ ES 1 A3 ja
WK 3 Der Täter versucht zusätzlich mit einem zweiten Schraubendreher und einem Kuhfuß das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen. P2 BZ ES 2 B1 ja
WK 4 Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Sägewerkzeuge und Schlagwerkzeuge wie Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel sowie eine Akku-Bohrmaschine ein. P3  BZ ES 3 B1 ja
WK 5 Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Elektrowerkzeuge, wie Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge und Winkelschleifer ein. Einzelprüfung Einzelprüfung B2 ja
WK 6 Der erfahrene Täter setzt zusätzlich leistungsfähige Elektrowerkzeuge, wie Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge und Winkelschleifer ein. Einzelprüfung Einzelprüfung B3 ja
Qelle: HKH

Einbruchhemmende Verglasungen

Die Gläser werden in DIN 52 290, angriffhemmende Verglasungen nach ihrer Schutzwirkung klassifiziert.

Die A-Klasse (Durchwurfhemmung) gliedert sich in 3 Gruppen mit steigender Schutzwirkung. Das Prüfverfahren simuliert den Versuch der Zerstörung der Scheibe mit einem schweren Wurfgeschoß. Hierbei fällt eine 4,11 kg schwere Metallkugel (Durchmesser 100 mm) auf eine Glasprobe (1100 x 900 mm) dreimal hintereinander aus gleicher Höhe. Die Gruppen A1 bis A3 werden hierbei durch die Fallhöhe definiert:

Glastyp Dicke der Funktionsscheibe Größte Abmessung Kugelfallhöhe
A1 9 mm 225 x 375 cm 3,5 m
A2 10 mm 225 x 375 cm 6,5 m
A3 10 mm 225 x 375 cm 9,5 m

 

Die B-Klasse (Durchbruchhemmung) gliedert sich ebenfalls in 3 Gruppen mit steigender Schutzwirkung. Im Prüfverfahren wird versucht, mittels einer Axt einen Durchbruch mit einem Innenkreis von 510 mm zu schaffen. Die Gruppen B1 bis B3 werden hierbei durch die Anzahl der erforderlichen Axthiebe definiert:

Glastyp Dicke der Funktionsscheibe Größte Abmessung Anzahl der Axthiebe
B1 16 mm 225 x 375 cm 30-50
B2 22 mm 225 x 375 cm 51-70
B3 22 mm 225 x 375 cm über 70

Anordnung der Sicherheitsscheibe bei Isoliergläsern

In der Regel werden diese Scheiben zu Isolierglas verarbeitet, wobei die ´Sicherheitsscheibe´ auf der Innenseite angeordnet wird. Dies erhöht das Risiko des Einbrechers, weil zunächst die Normalscheibe zerstört werden muß, wodurch eine Verletzungsgefahr besteht. Außerdem verursacht dies Lärm, wodurch wiederum das Entdeckungsrisiko erhöht wird.

Alarmgläser

Eine Alarmscheibe ist eine Isolierglasscheibe, wobei eine Scheibe aus ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) besteht, welches im Zerstörungsfall an jeder Stelle der Scheibe in kleine Würfel zerspringt. Eine aufgeklebte Alarmspinne (elektrische Leiterschleife) wird hierdurch zerstört und der Stromkreis wird unterbrochen. Eine angeschlossene Alarmanlage kann hierauf reagieren. Die Alarmscheibe muß natürlich auf der Seite eingebaut werden, von der ein Einbruchsversuch zu erwarten ist. Die Alarmspinne wird so angebracht, daß sie im Scheibenzwischenraum der Isolierglasscheibe liegt. Die andere Scheibe des Isolierglases ist dann die angriffhemmende Scheibe.

Wärmeschutz, Schallschutz, Sonnenschutz

Der Wärmedämmwert einer Sicherheits-Isolierglasscheibe muß sich nicht von einer Isolierglasscheibe ohne Sicherheitseigenschaften unterscheiden. Es sind i.d.R. die gleichen k- und g-Werte möglich.

Als Nebeneffekt haben Sicherheits-Isoliergläser einen höheren Schalldämmwert gegenüer normalem Isolierglas. (37 bis 42 dB). Für weitergehende Anforderungen kann die zweite Scheibe modifiziert werden.

Isolierglas mit Sonnenschutz-Eigenschaften kann ebenfalls hergestellt werden, indem die äußere Scheibe gegen Sonnenschutzglas ausgetauscht wird.

Schwieriger wird es, wenn gleichzeitig verschiedene Eigenschaften gefordert sind: Dann muß zugunsten der einen oder anderen Eigenschaft ein Kompromiß eingegegangen werden.

 

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Copyright © 2005 Gunther Mai
Stand: 21. November 2007